

Die Einführung des Learning Management Systems (LMS) erfolgte aus der operativen Notwendigkeit, technisches Wissen weltweit konsistent und zeitunabhängig zu vermitteln. Ziel war es, digitale Lernangebote als Ergänzung zu Präsenzschulungen zu etablieren und ein zentrales Werkzeug für Blended Learning zu schaffen.
Wesentliche Anforderungen an das LMS waren globale Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, revisionssichere Nachweise von Pflichtschulungen sowie eine Entlastung administrativer Prozesse. Der Erfolg der Einführung beruhte vor allem auf einer schnellen Implementierung, klarer Kommunikation und einer engen Zusammenarbeit zwischen IT, HR und Fachbereichen.
Entscheidend für die Akzeptanz war nicht der Funktionsumfang, sondern die einfache Bedienung und der konkrete Nutzen im Arbeitsalltag. Unser nectar LMS führte zu mehr Transparenz, Zeitersparnis und verlässlicher Dokumentation und bestätigte damit: Praxisnähe schlägt Funktionsvielfalt.
Digitale Schulung als notwendige Ergänzung
Die Einführung des Learning Management Systems (LMS) wurde nicht aus Innovationsdrang heraus initiiert, sondern aus einer klaren operativen Notwendigkeit: Präsenzschulungen allein reichten nicht mehr aus, um technisches Wissen weltweit konsistent und zeitnah zu vermitteln.
Ziel war es, digitale Lernangebote als Ergänzung zu bestehenden Präsenzformaten zu etablieren und so einen einheitlichen Wissensstand bei Technikern unabhängig von Ort und Zeit sicherzustellen.
Bereits zu Beginn war klar, dass das LMS kein isoliertes IT-Projekt sein durfte, sondern ein zentrales Werkzeug für Blended-Learning-Aktivitäten im gesamten Unternehmen werden sollte.

Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Wissenssicherung
Die Erwartungen an das LMS waren klar definiert:
Das LMS sollte damit sowohl operativen als auch regulatorischen Anforderungen gerecht werden.
Diese Zielsetzung deckt sich mit der Forschung zur strategischen Rolle betrieblicher Weiterbildung. Kerres beschreibt digitale Lernsysteme als Infrastruktur, die „nicht primär Inhalte transportiert, sondern organisationale Lernprozesse ermöglicht und stabilisiert“ (Kerres, 2018). Ein LMS ist damit weniger Lernmedium als vielmehr organisatorischer Ermöglicher.
Auch Illeris weist darauf hin, dass Lernen im organisationalen Kontext immer an Arbeitsanforderungen gekoppelt ist und nur dann nachhaltig wirkt, wenn es „als funktionaler Bestandteil beruflicher Praxis erlebt wird“ (Illeris, 2018).
Schnelligkeit und Klarheit als Erfolgsfaktoren
Die Einführung des LMS verlief insgesamt sehr erfolgreich. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die schnelle Verfügbarkeit eines produktiv nutzbaren Systems. Anstelle langer Schulungs- und Konzeptionsphasen konnte das LMS zügig eingesetzt werden, bei gleichzeitig geringem Schulungsbedarf für Administratoren.
Besonders positiv wirkte sich die offene und transparente Kommunikation aus. Sie trug maßgeblich dazu bei, Akzeptanz zu schaffen und Erwartungen frühzeitig zu steuern. Eine der zentralen Herausforderungen bestand darin, bei allen beteiligten Stakeholdern ein gemeinsames Verständnis über Funktionen und Möglichkeiten des Systems herzustellen.
Die Zusammenarbeit zwischen IT, HR, Fachbereichen und externen Partnern wurde durchgehend als sehr gut bewertet – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Einführung unternehmensweiter Systeme.

Relevante Inhalte schlagen Perfektion
Nach einer anfänglich zurückhaltenden Nutzung entwickelte sich das nectar LMS zu einem stetig wachsenden Lernportal mit internen und externen Nutzergruppen. Besonders gut erreicht wurden englischsprachige Techniker, während sprachliche Barrieren bei anderen Zielgruppen eine Herausforderung darstellten.
Entscheidend für die steigende Akzeptanz war weniger der Funktionsumfang als vielmehr die Bereitstellung relevanter Inhalte und eine offene Kommunikation über Nutzen und Einsatzmöglichkeiten des Systems.
Ein Beteiligter fasst diese Erfahrung pointiert zusammen:
„Nicht das mächtigste LMS setzt sich durch, sondern das, das im Alltag funktioniert.“
(LMS-Verantwortlicher)
Dieses Ergebnis wird durch klassische Akzeptanzmodelle gestützt. Davis zeigt im Technology Acceptance Model (TAM), dass die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit („perceived ease of use“) und der konkrete Nutzen („perceived usefulness“) die zentralen Treiber für die Nutzung digitaler Systeme sind (Davis, 1989).
Ein zentrales Learning aus der Praxis lautet daher:
Einfache Bedienung ist wichtiger als ein großer Funktionsumfang.
Transparenz, Zeitersparnis, Nachweise
Das nectar LMS führte in mehreren Bereichen zu deutlichen Verbesserungen:
Insbesondere die automatische Generierung von Reports ersetzte zuvor aufwändige manuelle Prozesse. Viele dieser Verbesserungen wären ohne LMS nur mit erheblichem Mehraufwand oder gar nicht realisierbar gewesen.
Stabilität als Vertrauensbasis
Im täglichen Betrieb erwies sich das nectar LMS als sehr stabil. Die Integration in die bestehende Systemlandschaft – insbesondere durch ein nutzerfreundliches Single Sign-on – trug wesentlich zur Akzeptanz bei.
Risiken in Bereichen wie DSGVO, Hosting oder Rollen- und Rechtekonzepte wurden frühzeitig adressiert und stellten im laufenden Betrieb kein relevantes Problem dar.
Prozesse statt Einzelmaßnahmen
Der Nutzen des nectar LMS steht aus Sicht der Verantwortlichen klar im Verhältnis zu den Kosten. Zentrale Prozesse – insbesondere rund um Pflichtschulungen und Nachweise – wären ohne LMS nicht abbildbar.
Gleichzeitig zeigte sich Optimierungspotenzial, vor allem durch:
Die wichtigsten Erkenntnisse
Rückblickend lassen sich mehrere übergeordnete Learnings ableiten:

Einfachheit und niedrige Einstiegshürden
Aus Sicht der Projektverantwortlichen waren folgende Faktoren entscheidend für den Erfolg:
Praxis schlägt Funktionsvielfalt
Der rote Faden des Projekts lässt sich rückblickend auf eine einfache Erkenntnis verdichten:
„Der wahre Maßstab für ein LMS ist nicht sein Funktionskatalog, sondern seine Nutzung im Arbeitsalltag.“
(LMS-Verantwortlicher)
Senge beschreibt lernende Organisationen als Systeme, die ihre Strukturen kontinuierlich anpassen, statt an einmal definierten Konzepten festzuhalten: „Learning organizations are not built by design alone, but by continuous reflection and adjustment“ (Senge, 2006).
Auch aus motivationspsychologischer Sicht ist der gewählte Ansatz schlüssig. Deci und Ryan betonen, dass Lernen dann nachhaltig wirkt, wenn Autonomie und Kompetenz erlebt werden (Deci & Ryan, 2000).
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Ein LMS entfaltet seinen Wert dann, wenn es Prozesse vereinfacht, nicht verkompliziert – und wenn Lernen so integriert wird, dass es als selbstverständlicher Teil der täglichen Arbeit wahrgenommen wird.
Verwendete LITERATUR
(Auswahl)
Davis, F. D. (1989). Perceived usefulness, perceived ease of use, and user acceptance of information technology. MIS Quarterly.
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The “what” and “why” of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry.
Illeris, K. (2018). Contemporary theories of learning. Routledge.
Kerres, M. (2018). Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote. De Gruyter.
Senge, P. M. (2006). The Fifth Discipline: The Art and Practice of the Learning Organization. Doubleday.